Das Fürstenhaus

Das Fürstenhaus Isenburg ist eines der ältesten europäischen Adelsgeschlechter. Sitz der Familie ist seit 1517 Schloss Birstein. An dieser Stelle informieren wir Sie über die wichtigsten Entwicklungen des Hauses seit 963.

Alexander Fürst von Isenburg und Dr. Sarah Fürstin von Isenburg

Fürstin und Fürst

Alexander 9. Fürst von Isenburg, geboren am 16.6.1969 in Frankfurt am Main, ist der erstgeborene Sohn von Franz Alexander Fürst von Isenburg (*1943 † 2018) und dessen Gemahlin Christine Fürstin von Isenburg (*1941). Seine vier Geschwister sind: Katharina Erzherzogin von Österreich (*1971), Isabelle Fürstin zu Wied (*1973), Sophie Prinzessin von Preussen (*1978), Viktor Prinz von Isenburg (*1979).

Der Fürst begann seine schulische Laufbahn in der Grundschule in Birstein. Anschließend wechselte er auf das Jesuitenkolleg St. Blasien, ein Internat in einem ehemaligen Benediktinerkloster im südlichen Schwarzwald.

Nach dem Abitur absolvierte der Fürst seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Berchtesgarden und verließ die Bundeswehr als Leutnant der Reserve.

Anschliessend studierte er Forstwissenschaft an der Georg-August-Universität in Göttingen.

Weitere Studien führten ihn an die Strathclyde Graduate Business School in Glasgow, wo er seinen MBA, und die European Business School in Oestrich-Winkel, wo er seinen Finanz-Ökonom erwarb.

Nach Stationen bei den Vermögensverwaltern FERI Family Office, Sauerborn Trust, UBS Sauerborn und HVB Family Office übernahm er 2007 den Familienbetrieb.

Seine Leidenschaft gehört der Hege und Pflege des Waldes, der Landwirtschaft, der Jagd sowie des Schlosses. Der Fürst repräsentiert das Fürstenhaus auf zahlreichen regionalen und überregionalen Veranstaltungen.

Dr. med. Sarah Fürstin von Isenburg, geborene Lorenz, stammt aus einer Medizinerfamilie der vierten Generation und kam am 12.2.1981 in München zur Welt.

Zur Schule ging sie in Prutting und Soechtenau sowie in München. Sie schloss ihre Schulausbildung an der Sevenoaks School im englischen Kent mit dem Internationalen Baccalaureat ab.

Ein GAP-Year führte die Erbprinzessin zum Burda-Verlag nach Paris sowie nach Madrid und Monterrey (Mexiko) – hier verrichtete sie Sozialarbeit im DIF (Sistema nacional para el desarrollo integral de la familia). Ihre universitäre Ausbildung absolvierte sie in Budapest, Heidelberg und München sowie mit begleitenden Studienaufenthalten unter anderem in Buenos Aires (Argentinien), Montreal (Kanada) und Moshi (Tansania). 2007 schloss sie ihr Medizinstudium mit der ärztlichen Approbation ab und erlangte 2009 die Promotion mit dem Titel „Dr. med“. Bereits 2008 begann die Fürstin ihre Facharztausbildung zunächst am Städtischen Klinikum München Schwabing, Abteilung Unfallchirurgie, von wo aus sie im gleichen Jahr noch an das Städtische Klinikum München Bogenhausen wechselte, um sich dort bis Juni 2014 in der Abteilung für Plastische, Ästhetische, Rekonstruktive, Verbrennungs- und Handchirurgie zur Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie ausbilden zu lassen.

Im Oktober 2014 trat sie in die Plastisch-Chirurgische Praxis ihrer Mutter Dr. Neuhann-Lorenz ein. Über den Beruf hinaus engagiert sich die Fürstin als Vorstandsmitglied von IPRAS WomenforWomen ehrenamtlich für brandverletzte Frauen und organisiert humanitäre Einsätze in Ländern wie Indien, Bangladesh und Nepal.

Zusammen mit dem Fürsten repräsentiert sie das Fürstenhaus und teilt seine Liebe zur Natur.

Kinder

Alix Imagina Prinzessin von Isenburg, die erste Tochter des Fürstenpaares, wurde am 24.11.2015 in München geboren.

Zita Maria Immaculata Prinzessin von Isenburg, die zweite Tochtes des Fürstenpaares, wurde am 05.01.2017 in München geboren.

Franz Salvator Ferdinand Bonifatius Wilhelm Maria Erbprinz von Isenburg, der erste Sohn des Fürstenpaares, wurde am 08.08.2019 in München geboren.

Haus Isenburg

Familie_Isenburg

I.I.D.D. Fürst und Fürstin Franz A. von Isenburg und I.I.D.D. Fürst und Fürstin Alexander von Isenburg

Hochzeit

Hochzeit

Am 12. Juli 2014 gab sich das Fürstenpaar in der Klosterkirche Frauenwörth auf der Fraueninsel im Chiemsee das Jawort. Seine Exzellenz der Weihbischof von Fulda, Prof. Dr. Karlheinz Diez nahm die Trauung vor.

Seither leben der Fürst und die Fürstin auf Schloss Birstein, wo auch die standesamtliche Trauung am 14. Juni 2014 stattfand.

Stammbaum des Adelsgeschlechts von Isenburg

Fürst Alexander (*16.06.1969)

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Fürstin Dr. Sarah, geb. Lorenz (*12.02.1981)

Fürst Franz Alexander von Isenburg (*22.07.1943 † 05.05.2018)

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Fürstin Elisabeth Christine von Isenburg, geb. Gräfin von Saurma, Freiin von und zur Jeltsch (*02.10.1941)

Fürst Franz Ferdinand von Isenburg (*17.07.1901 † 09.12.1956)

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Fürstin Irina von Isenburg, geb. Gräfin Tolstoy (* 26.01.1917 † 20.06.1998)

Fürst Franz Joseph von Isenburg (* 01.06.1869 † 15.09.1939)

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Fürstin Friederike von Isenburg, geb. Prinzessin zu Solms- Braunfels (*29.03.1873 † 21.04.1927)

Fürst Karl von Isenburg (*29.07.1838 † 04.04.1899)

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Fürstin Marie Louise von Isenburg, geb. Erzherzogin von Österreich (*31.10.1845 † 27.08.1917)

Die Reichsgrafen und Reichsfürsten von Isenburg

Stammburg Isenburg, wie sie um das Jahr 1100 ausgesehen haben könnte. Sie liegt im rheinland-pfälzischen Ort Isenburg im Westerwald.

Die erste urkundliche Erwähnung des Geschlechts stammt aus dem Jahr 963. Als Zeuge einer Schenkung im Maifeld wird Reginboldus Vicecomes (Gaugraf) genannt – Reginbold (oder auch Raginbold) ist zu dieser Zeit Leitname des Geschlechtes.

Das Schloss am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit, um 1500.

Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte verzweigt sich das Geschlecht Isenburg mehrfach, bevor es ab Mitte des 13. Jahrhunderts Ludwig I von Isenburg-Grenzau und seinen Nachfolgern gelingt, dem Haus politische Stabilität zu verleihen. In der Folge wird das Gebiet im Vogelsberg, der Wetterau und südlich des Mains im Jahr 1442 von Kaiser Friedrich III zur Reichsgrafschaft erklärt. Die Wahl Dieters von Isenburg zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz im Jahr 1459 dokumentiert den Aufstieg des Hauses zusätzlich.

1625 war Graf Tilly zu Gast auf Schloss Birstein – der 30-jährige Krieg war bereits seit sieben Jahren im Gange

Verschiedene Erbteilungen, aber auch die Wirren des Dreißigjährigen Kriegs bewirken während des 16. und 17. Jahrhunderts die Herausbildung unterschiedlicher Linien des Hauses Isenburg, aus der schließlich – im Jahr 1718 – die Speziallinien Birstein und Phillipseich entstehen. Erstere wird nach Auflösung des Deutschen Reichs 1806 sogar Führungshaus aller neu zusammengeschlossenen Isenburger Familien.

Fürstin Charlotte trug dieses Kleid während des Wiener Kongresses

Mit dem Wiener Kongress verliert das Haus jedoch diese Rolle wieder und das Fürstentum wird zunächst Österreich zugeschlagen, bevor es 1816 zwischen der Landgrafenschaft Hessen-Kassel und dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt aufgeteilt wird.

Schloss Isenburg

Auch im 19. Jahrhundert engagierten sich die Isenburger politisch und gesellschaftlich, wie etwa Fürst Karl II von Isenburg in der ersten Parlamentskammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. Er war es auch, der im preußischen Kulturkampf versuchte, die konservativen politischen Kräfte – überkonfessionell – zu einen. Sein Sohn Franz-Joseph, der nach seinem Patenonkel Kaiser Franz-Joseph von Österreich benannt wurde, erwarb sich unter anderem ab 1915 Meriten als Chef der Militärverwaltung in Litauen. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs dann beherbergte der Familiensitz Schloss Birstein eine Entbindungsstation der Frankfurter Kliniken, die aufgrund der Bombardements durch die Alliierten ausgelagert werden musste. Seit Ende des Krieges widmet sich das Fürstenhaus verstärkt dem Erhalt seines historischen Erbes, was unter anderem durch die Gründung des Familienunternehmens ermöglicht wird. Das erste Wasserkraftwerk wurde 1951 von S.D. Franz Ferdinand Fürst von Isenburg in Betrieb genommen, heute besteht das Unternehmen aus vier Abteilungen: Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Erneuerbare Energien, Jagd.

Bedeutende Persönlichkeiten der Familie

Im Lauf der Historie nahmen die Isenburger immer wieder wichtige Kirchenämter ein.

Es waren dies:

Erzbischöfe und Kurfürsten in Trier:

1242 Graf Arnold von Isenburg

1547 Graf Johann von Isenburg-Grenzau

Erzbischöfe und Kurfürsten in Mainz:

1459 Diether von Isenburg. Er gründete 1477 die Universität zu Mainz.

Erzbischöfe und Kurfürsten in Köln:

1567-1577 Graf Salentin von Isenburg-Grenzau

Graf Wolfgang Ernst, dessen Lieblingswohnsitz Schloss Birstein war

Imagina, eine deutsche Königin, Tochter Gerlachs I. von Isenburg-Limburg und Gemahlin des Königs Adolf von Nassau.
 Sie starb 1313.

Graf Wolfgang Ernst (1560-1633) regierte als letzter die Gesamtgrafschaft, die sich nun von der Dreieich im Süden, über die Wetterau bis in den Vogelsberg erstreckte.

Graf Ernst von Isenburg-Grenzau (1584-1664), Sohn Graf Salentins, des Kölner Kurfürsten. 1636 Generalgouverneur der Niederlande und Chef der Armee im flandrischen Feldzug. 1645 wurde er Finanzminister und bekleidete dieses Amt bis zu seinem Tod 1664.

Graf Johann Philipp von Isenburg (1656-1718) gewährte im Jahr 1705 geflohenen Hugenotten aus Frankreich – meist Kaufleute und Handwerker – besondere Privilegien. Damit legte er den Grundstein für eine wirtschaftliche Blüte der 1699 neu gegründeten Stadt Neu-Isenburg.

Graf Wolfgang Ernst von Isenburg war ab 1744 der erste Reichsfürst des Isenburger Geschlechts.

Graf Wolfgang Ernst von Isenburg (1686-1754) erhielt auf Frankfurter Reichstag 1744 den Titel eines Reichsfürsten, verliehen von Kaiser Karl VII. Hauptstadt des Fürstentums wurde Offenbach.

Fürst Carl, im Familienkreis auch „Rheinbund-Carl“ genannt, zeichnete sich in den Türkenfeldzügen aus

Fürst Carl von Isenburg (1766 – 1820) beteiligte sich am letzten österreichischen Feldzug gegen die Türken und wurde dabei mehrfach ausgezeichnet. 1794 heiratete er die Gräfin Charlotte zu Erbach (1777-1846).
 Als Wortführer der Frankfurter Union verhandelte er später mit Napoleon und sicherte so die Souveränität seines Fürstentums. 1806 trat er dem Rheinbund bei. Nach dem Sturz Napoleons wählte Fürst Carl das Exil, während seine Gemahlin, die Fürstin Charlotte, auf dem Wiener Kongress die politischen Interessen des Fürstentums vertrat. Obwohl sie ihr ganzes diplomatisches Können einsetzte, wurde das Fürstentum Isenburg Österreich unterstellt und verlor 1815 seine Souveränität. Fürst Carl von Isenburg starb 1820 und mit ihm der letzte regierende Birsteiner Fürst.

Fürst Karl von Isenburg

Karl von Isenburg (1838-1899), der 1866 als Fürst Karl II zu Isenburg-Büdigen Familienoberhaupt wurde, war Mitglied des Preußischen Herrenhauses und vertrat als Konvertit während des Kulturkampfes die katholische Sache. Zugleich stand er ab 1880 der überkonfessionellen Sozialkonservativen Vereinigung vor, die die konservativen politischen Kräfte im Reich einen wollte.

Das Familienwappen der Grafen und heutigen Fürsten von Isenburg besteht aus zwei schwarzen Balken auf silbernem Schild. Mit der Erhebung der Birsteiner Linie in den Reichsfürstenstand durch Kaiser Karl VII. im Jahre 1744 war eine sog. Wappenvermehrung verbunden. Dies bedeutet, dass dem Stammwappen eine neue Komponente hinzugefügt werden durfte. Es war dies der „Hardecker Löwe“: Ein nach rechts blickender, goldener Löwe mit doppeltem Schweif auf blauem Schild) ziert seither das Herzschild auf dem alten Isenburger Wappen.

Um die Entstehung des Wappens rankt sich eine hübsch erzählte Sage: Kaiser Barbarossa hatte sich bei einer winterlichen Jagd im Büdinger Wald verirrt. Bei seiner verzweifelten Suche nach einem Ausgang traf er auf einen Köhler bei der Arbeit am Kohlenmeiler. Dieser erkannte den Kaiser nicht, führte ihn aber hilfsbereit aus dem Wald heraus. Nun erst gab sich der Kaiser zu erkennen und sprach zu dem Köhler: „Knie nieder, denn ich will Dich als Belohnung für deine Hilfsbereitschaft zum Ritter schlagen.“ Beim Knien zeichnete der Köhler mit seinen schwarzen Fingern zufällig zwei schwarze Linien in den Schnee, woraufhin der Kaiser sprach: „Dieses soll Dein Wappen sein, zwei schwarze Balken auf silbernem Schild“.